Wir können mit dem Dach beginnen

Ich sitze in der Hütte, wo wir mit Solarzelle und Batterie anfallende Büroarbeiten erledigen. Ich kann ins Tal sehen, das ganz weich aussieht im Abendlicht und ich höre die Anderen auf dem Dach – sie entfernen Bitumen und Bretter, so dass wir gut auf dem Dach laufen können.

Wir haben sehr arbeitsame Tage mit bis zu 10 Stunden, wenn das Wetter gut ist. In den letzten Tagen wurde die Nordseite des Dachs abgedeckt, so dass wir auch Pausentage und ruhige Stunden hatten, da wir während dessen nicht arbeiten konnten – wegen des Asbests. Die Nordseite ist jetzt frei und wir sind froh, dass wir das Thema Asbest erst mal wieder los sind.

Wir haben uns inzwischen ganz eingerichtet, haben unser eigenes kleines Dorf neben dem Stall, wo wir kochen und uns aus dem Trubel herausnehmen können, wenn Gruppen im Haus sind. Wir haben Tisch und Stühle, die wir schon zum Frühstück in die Sonne schieben können, wenn es noch kühl ist und einen Spülplatz, der auch ausgiebiges Planschen zulässt. Für die Pausen haben wir Hängematten zwischen die Bäume gehängt, wobei sich noch zeigen wird, wie oft die frequentiert werden. Seit einigen Tagen sind wir zu fünft und schon recht eingespielt.

Das Gerüst ist inzwischen zu einem wahren Kunstwerk geworden und auch die nicht so Höhen-Afinen unter uns bewegen sich flink darauf – eine gute Erfahrung zu merken, wie schnell das gehen kann. Die Giebelwand ist ganz freigelegt, Steine sind heraus geklopft, wo wir die Fenster vergrößern wollen und Glaswolle raus gezupft. Ein Teil der Nordseite des Daches ist schon mit Planen geschlossen, der Rest kommt morgen dran, da dann die Wahrscheinlichkeit, dass es regnet, steigt. Jetzt können wir endlich mit dem Dach beginnen, wir haben schon vier verschiedene Dämm-Techniken ausmachen können. Besonders spannend wird der Zustand der Sparren und Pfedden (Balken, die entlang der Traufe verlaufen) sein, je nachdem, wie viel Wasser sie in den letzten Jahren ausgesetzt waren. Schwierig ist es einen Kran zu organisieren, der damit zurecht kommt, dass wir nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, aber es sieht so aus, als hätte Wanja jetzt einen aufgetrieben.

Wir sind munter, haben weiterhin Herausforderung bei den Absprachen mit den anderen Partien, die außer uns am Projekt beteiligt sind zu bestehen und verspeisen jeden Tag ziemlich große Berge.

Viele Grüße ins Tal – sofern ihr in Freiburg und Umgebung lebt, könnt ihr euch sicher sein, dass wir jederzeit über eure Wetterlage informiert sind – wir müssen einfach nur runter schauen.

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Kommentare: 2
  • #1

    gretulein (Mittwoch, 13 Mai 2015 23:05)

    welch wonne, lanzelot da oben und bewohnt zu sehen!

    sieht tatsächlich unglaublich romantisch aus :-)!!!

  • #2

    Marlen (Freitag, 15 Mai 2015 00:04)

    Oh, das sieht wunderschön bei euch aus!!! ich freu mich schon sehr bald wieder bei euch oben zu sein, auch wenn es nur so kurz ist :)