Dämmen, dämmen, dämmen - und: die Südseite ist angebrochen

Also, das mit dem Dach abplanen kam anders: mehrere kleine Schauer haben dazu geführt, dass wir noch ein paar Mal mit den Planen übers Dach toben durften, teilweise inklusive Dusche.

Wir schauen mal wieder auf intensive Tage zurück, mit vielen Menschen, die an unterschiedlichen Stellen weitergearbeitet haben - zwischendurch waren wir zehn Personen - und wärmsten Sommertagen.

Wir haben jetzt auch die letzten Stellen des Dachs mit weicher Dämmung versorgt, gerade die Reihe ganz oben unterm First hat viel Zeit in Anspruch genommen, da wir die Dämmung weit tragen mussten und der Weg auf dünnen Latten und hinterm Kamin entlang viel, Konzentration erfordert hat. Auf den letzten Drücker wurde noch der Dämmaufzug erfunden, der kann dann bei der anderen Dachseite wieder eingesetzt werden.

Das Jugendseminar aus Stuttgart hat uns außerdem einen Nachmittag lang geholfen - drei Personen haben weiche Dämmung in die Ritzen der Nordfassade gestopft, was die Dämmungsarbeit dort sehr beschleunigen wird.

Das ganze Nord-Dach ist jetzt also in flauschig weiche Matten aus Holzwolle und Hanf eingepackt. Aber das ist noch lange nicht alles :) Am Giebel des Hauptdachs und des Saaldachs wurde die Verschalung angebracht, an der Traufe ein Gitter befestigt, was Siebenschläfer und andere Tiere daran hindern soll, sich in der Hinterlüftung des Dachs anzusiedeln. Gestern sind wir mit der harten Dämmung bis ganz oben vorgerückt und das Saaldach ist schon seit einigen Tagen fertig. Diese Platten mit Nut und Feder brauchen sowohl Kraft, als auch Fingerspitzengefühl und Klopftechniken, um sich nahtlos einzufügen.


Der Kniestock, aus dem wir vor vielen Wochen das Stroh heraus gerupft haben, ist ganz fertig gedämmt und ans Dach angeschlossen.

Über die harte Dämmung haben wir die Unterspannbahn verlegt (blaue Folie), darauf werden die Konterlatten geschraubt und auf diese dann die Schalung genagelt, die dem Dachdecker als Grundlage dient. Die beiden letzten Schritte sind noch nicht ganz abgeschlossen. Als Schalung verwenden wir die Bretter wieder, die schon vorher drauf waren, sowie die alte Fassadenverschalung. In den letzten Wochen haben viele Menschen mit geholfen, die Bretter zu entnageln.

Und das Beste überhaupt: die ersten vier Dachfenster sind eingebaut! Das sieht von innen schon ungemein chick und hell aus. Noch zehn weitere Fenster sind einzubauen und an einem nächsten Regentag können wir dann innen die Folien anschließen und um die Fenster herum ausdämmen. Dann sind die Zimmer der Nordseite wieder so nutzbar, dass von der Baustelle nichts mehr zu bemerken ist.

Wir haben in den letzten Tagen außerdem unglaublich viel Kuchen gegessen - z.B. Blaubeerkuchen, denn die Blaubeeren sind schon reif. Und wir haben uns etliche Male im See abgekühlt, was die Hitze um einiges erträglicher gemacht hat.

Während ich schreibe, wird die Südseite des Dachs abgedeckt. Teilweise haben wir dort schon Bretter raus genommen, um laufen zu können und das Dach an den freien Stellen wieder mit Plane bedecken zu können. Dabei haben wir Murmeln gefunden - wir haben schon eine kleine Sammlung von archeologischen Funden angelegt. Falls das also Menschen lesen, die damals am Bau des Daches beteiligt waren, könnt ihr uns fragen, ob wir schon gefunden haben, was ihr versteckt habt.

Bevor die Solaranlage vom Dach abmontiert wurde, haben wir außerdem vier Bachstelzenjunge (oder eher Dachstelzen) mit samt Nest evakuiert, die zum Glück weiterhin von den Eltern gefüttert werden.

 

Und wir freuen uns, dass Aaron sein Handwerkspraktikum bei uns macht :)

 

Hier noch ein paar gesammelte Eindrücke für euch:

Wenn wir das nächste Mal von uns hören lassen, sind wir wahrscheinlich schon auf der anderen Seite des Dachs.


Bis bald und danke fürs Lesen!

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Kommentare: 4
  • #1

    Melchi (Montag, 13 Juli 2015 23:13)

    Hallöle!
    Was habt Ihr denn für einen tollen Solarkocher!

  • #2

    Silke Kollewijn (Sonntag, 19 Juli 2015 22:39)

    wie schön, zu lesen und zu hören! Mit wieviel Elan ihr das Dach dämmt! Habt ihr denn keine vertrockneten Siebenschläfer, oder deren Skelette gefunden? Als wir in den 90er Jahren in der Dachwohnung wohnten, hatten sie in den Zwischenräumen des Daches nämlich ihre nächtlichen Rennbahnen eingerichtet...! Das Haus und der Impuls danken ganz herzlich! Silke

  • #3

    Lara (Mittwoch, 22 Juli 2015 09:39)

    Wir haben zahlreiche Siebenschläferrennbahnen und Wohnungen entdeckt (im Kork, im Stroh, in der Glaswolle) und auch eine Mumie, die wie ein Siebenschläfer aussieht :) Die dürfen sich ab jetz ein anderes Plätzchen suchen. Schön zu wissen, dass auch langjährige Freund*innen des Hauses mitlesen, die wir nicht kennen.

  • #4

    Linnea Udell (Sonntag, 22 Januar 2017 04:13)


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