Und es schneit, es schneit...

Alles ist weiß, Pfähle und Schuppen haben dicke weiße Hauben und die Traufen sind mit Eiszapfen verziert. Hier oben schneit es seit Tagen und unsere Messungen haben ergeben, dass inzwischen ca 70 cm Schnee liegen. Wenn wir Holz vom Basketballplatz holen wollen, müssen wir erstmal Ausgrabungen machen und wenn Wanja zur Hütte geht, stapft er durch knietiefen Schnee. Die Katze hat nur bedingt Lust über ungeräumtes Feld zu gehen (obwohl die Krabben-Technik zur Vermeidung des Einsinkens sehr ausgereift ist) und kaspert im Haus und in der Werkstatt herum.

Für unser Leben bringt der Schnee ein paar Veränderungen.

Erstens:


Ja, und nicht zu wenig. Morgens bahnen wir uns erstmal einen Weg zum Gerüst und befreien es vom Schnee, damit er sich nicht so fest tritt. Auf der Rückseite vom Saal waren solche Massen vom Dach gerutscht, dass Gefahr bestand, dass wir unsere Gerüstböden nicht mehr finden oder sie unter der Last verbiegen, also haben wir sie freigelegt und abgebaut. Heute Morgen hat Miriam dann an der gleichen Stelle wieder Berge entfernt, damit wir die Böden wieder einhängen können, denn wir sind jetzt mit unserer Arbeit bis zur Saalrückseite vorgedrungen.

Zweitens: die Arbeit findet unter verschärften Bedingungen statt - das dachte ich vor allem, als ich neulich, auf verschneitem Gerümpel kauernd, über Kopf Unterkonstruktion anbrachte und mir dabei eine Böe Schnee in den Nacken gepustet wurde. Nach einiger Zeit werden die Füße kalt, wenn die Arbeit wenig hin und her laufen erfordert und wir müssen uns aufwärmen gehen. Aber warm eingepackt und behandschuht geht das alles erstaunlich gut und wir kommen kontinuierlich vom Fleck, auch wenn wir gerade zwischen zwei und vier Personen sind. Für viel mehr Menschen gibt es jetzt auch keine Arbeit mehr, denn es ist eher Getüftel an wenigen Stellen. Für besondere Stellen, wie den Erker am Saal (der oben windschiefe Flächen hat) und die Fensterleibungen innen muss Wanja gerade noch Lösungen austüfteln.

Drittens: es tun sich neue Freizeitbeschäftigungen auf. Im Sommer saßen wir oft am Feuer oder waren am See, im Herbst saßen wir am Kamin und haben viele Runden Uno gespielt und gewürfelt. Und jetzt lockt es uns nach Draußen in den Schnee. Gestern waren wir an einem kleinen Lift am Col des Bagenelles zum Ski- und Snowboard fahren und abends gab es noch ein bisschen Flutlicht-Tiefschnee-Fahren mit Stirnlampe beim Oberlinhaus. Außerdem spielen wir neuerdings gerne Doppelkopf und verbringen weiterhin auch Abende in der Werkstatt beim Latten anstreichen, Bretter vorrichten und Handkreissäge putzen.

Wir haben außerdem eine weitere Etappe beendet: die zweite Fassade ist fertig geworden. Wieder war genau zur richtigen Zeit eine Gruppe im Haus, die uns geholfen hat das Gerüst zum Anhänger zu tragen :) Wir sind schon zur letzten Fassade vorgerückt und haben mit der Unterkonstruktion begonnen und mit dem letzten Kniestock.

Und jetzt noch jede Menge Schnee für euch:) Falls ihr euch dafür interessiert, wie die Tagung war, findet ihr Bilder unter Berichte & Fotos.

Viele Grüße von uns allen!

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Kommentare: 3
  • #1

    Gret (Mittwoch, 27 Januar 2016 22:27)

    unfassbar schön!! und unfassbar bewundernswert. ich checks eigentlich net, woher ihr die Geduld nehmt.

    und der Schneeverinozerus ist der ganz große Häuslebauer... :-)

  • #2

    natulein (Donnerstag, 28 Januar 2016 16:10)

    zum Schnee passen die neuen Fassaden auch sehr gut;)
    und die Hütte sieht auch wie verzaubert aus!

  • #3

    Marleni (Sonntag, 31 Januar 2016 01:42)

    Ihr Lieben!
    es sieht wunderschön aus und ihr seid echt unglaublich wunderbar dass ihr so lange durchhaltet!!!