Wir haben's geschafft!

Der April hat uns sonnige Vesperpausen draußen und viele Regenschauer gebracht - alles sieht ähnlich aus, wie vor knapp einem Jahr, als wir im Oberlinhaus angekommen sind und unser Gerüst aufgebaut haben.

Wir sind in den letzten Wochen nochmal sehr beschäftigt gewesen, denn wir hatten uns ein Datum gesetzt, bis zu dem wir fertig werden wollten: unser Abschlussessen am 13. April.

Die letzte große und zeitintensive Arbeit waren die Blendrahmen im ganzen Haus und das Silikonieren an den Fensterleibungen, so dass kein Wasser dem schönen Holz etwas anhaben kann, sollte das Fenster bei Regen mal aus Versehen offen stehen. Dazu kamen zahlreiche kleine Projekte, die wir unbedingt noch fertig machen wollten. Z.B. war auf beiden Seiten des Werkstattflurs schön symetrisch jemand durch die Gipsdecke eingebrochen - im eifer des Gefechts kann man schon mal vergessen, wo man steht :) Die Platten haben wir ausgetauscht und verspachtelt.

Außerdem haben wir die ehemailige Matratzenkamer zum Saal hin schallgedämmt und den Raum mit Gipsplatten ausgekleidet - ein ziemliches gepuzzel, da wir Gips wieder verwendet haben. Die unzähligen Fugen mussten dann verspachtelt werden, was zahlreiche Anrühr-Experimente mit verschiedenen Pulvern erfordert hat. Hier kann ein schönes kleines Einzelzimmer entstehen - eines der vielen Dinge die wir in den kommenden Jahren im Oberlinhaus machen können, wenn wir wieder Lust bekommen zu Bauen. Mit der Spachtelmasse haben wir gleich noch ein paar Löcher zugemacht, die zu enthusiastisches Wegklopfen der Mauer letztes Frühjahr erzeugt hatte :)

Und so haben wir uns noch die ein oder andere Ecke vorgenommen, beim Silikoneren gleich noch die ein oder andere Fuge hinter Waschbecken erneuert - was die entsprechende Ecke gleich viel hübscher macht - Bretter und Leisten angebracht, Geländer repariert und wieder aufgebaut und vieles mehr. Zu unserem Glück hatten wir nach Ostern nochmal viel Hilfe. Besonders gut war es, fröhliche und geduldige Menschen da zu haben, die sich das Gelände direkt ums Haus nochmal vorgeknüpft haben. So sind in vielen Stunden gebückten Spähens und Wühlens auch die allerkleinsten Bitumen Fetzen, Plastikpartikel, getarnten rostigen Nägel aufgespürt und eingesammelt worden.


Wir haben haben aufgeräumt, gefegt und gewischt, einen großen Anhänger voll Müll, Altmetall und schon lange in Ecken schlummernden Gegenständen weggefahren und ein chick verschmitzt blitzendes Oberlinhaus zurück gelassen :)

Denn jetzt ist tatsächlich alles fertig (außer zwei, drei Kleinigkeiten, die wir noch nachholen). Und so konnten wir am 13.04. Abends mit Holzofenpizza und leckeren Nachtischen unser Projekt abschließen, feiern und zusammen mit dem Verwaltungsrat des Hauses, Menschen die uns über das Jahr begleitet haben und den Dachdeckern ein bisschen zurück schauen auf dieses ereigbnisreiche Jahr, mit vielen eindrücklichen Momenten, großen Herausforderungen und sichtbaren und unsichtbaren Ergebnissen.

Wir haben ein ganzes Jahr am Oberlinhaus gearbeitet - minus zwei Wochen und plus vielen Monaten Planung und Aquise von Geldern. Insgesamt waren 77 Menschen auf dem Dach, in und ums Haus und haben mitgearbeitet. Manche Mensche waren ein oder zwei Tage da, viele zwei oder drei Wochen, manche zwei bis drei Monate und manche viel länger oder die ganze Zeit. Wieviele Stunden ehrenamtlicher Arbeit das gewesen sind, könnte ich ausrechnen, das würde aber eine Weile dauern :) Auch wieviele Schrauben wir ins Haus gedreht und wieviele Kilo Dämmung wir angebracht haben. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass wir  an die 30 kg Spaghetti und über 47 Liter Passata verspeist haben. Auf Anfrage verrate ich auch gerne, wie wir die 4000 Euro Essensgeld von 6 auf 11 Monate gestreckt haben.

Jetzt ist ein großes Abenteuer abgeschlossen und wir möchten uns mal wieder und immer wieder bei allen bedanken, die dabei waren, uns auf unterschiedlichste Weise unterstützt haben und die uns vertraut haben, dass aus diesen riesigen Plänen wirklich etwas wird! Und auch all den mutig entschlossenen, fröhlichen, singenden und manchmal kichernden Jugendlichen, die das Dach beturnt haben. Bestimmt werden wir in den nächsten Monaten immer wieder staunend und sinnierend vor dem Haus stehen und alles anschauen.

 

Und natürlich träumen wir schon von neuen Schandtaten :) Wir möchten gerne eine barrierearme Toilette einbauen und in dem Zuge die Bäder im ersten Stock renovieren - die warten schon dringend drauf und schauen uns aus ihren in die Jahre gekommenen Fugen auffordernd an. Ihr werdet also weiter von uns hören.

Wir kehren jetzt alle in unsere verschiedenen Alltagswelten zurück, atmen durch, verarbeiten ein bisschen, starten neue Projekte und finden uns schon in vier Wochen im Oberlinhaus wieder, wo unsere Jugendtagung "GesICHter" zu Identität stattfindern wird.

Danke fürs Lesen und alles Gute!

 

Euer OberlinImpuls.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    gret (Montag, 18 April 2016 15:04)

    oh dieser leere Werkstadtflur macht mich ganz traurig...

    tausend dank fürs bloggen!!

  • #2

    *la petite (Dienstag, 26 April 2016 21:11)

    einfach sau gut! ich finde es echt so wunderschön und genial, was da entstanden ist, und erinnere mich mit wohligem Bauchgefühl an meine paar Mit-Bau-Tage zurück! Und habe immer in großer Freude die Blöcke gelesen...

    !!!