Neujahrstagung 2013: Glück trotz(t) Geld, Geld trotz(t) Glück


Spaziergänge, lebhafte Gespräche, der alltägliche Abwasch, klarer Sternenhimmel und der ein oder andere nachdenkliche Moment...
Spaziergänge, lebhafte Gespräche, der alltägliche Abwasch, klarer Sternenhimmel und der ein oder andere nachdenkliche Moment...

Trailer der Neujahrstagung:

 

Am regnerischen Neujahrstag fuhren wir auf 's Oberlinhaus. Der vielfache Wunsch auf Schnee („Was ist schon eine Neujahrstagung ohne Schnee?“) ging so grade in Erfüllung: Die Schneegrenze lag kurz unter dem schönen Tagungshaus. Nach Empfang, Zimmer beziehen, Abendessen und Abspülen spielten wir Kennenlernspiele und stiegen mit Fragen wie „Wann warst Du das letzte Mal glücklich?“ oder „Hängt Geld mit Glück zusammen?“ gleich ins Thema ein. Am nächsten Tag wurde gleich die erste Menschenweihehandlung abgehalten. Als Alternativprogramm konnten wir einen Schneespaziergang auf den Feenhügel machen – mit Schweigestrecke – um den Widerschein der aufgehenden Sonne zu bewundern (die Sonne selber blieb hinter den Wolken).

Es gab insgesamt drei Plena: über Glück, Geld und den Zusammenhang zwischen Glück und Geld, bei denen die VorbereiterInnen mal wieder gut die Mischung zwischen Zuhören, Denken und Tun trafen. Im zweiten Plenum spielten wir sogar die Erfindung des Geldes nach und stellten deutlich fest: Irgendetwas stimmt da nicht. Alle Mitspieler mussten nach einem Jahr Geld-Leihen mehr zurück geben, als sie bekommen hatten.

In den Gesprächsgruppen am späten Nachmittag konnten wir das Gehörte diskutieren und bereicherten uns gegenseitig mit neuen Sichtweisen. In einer Gruppe gehörte auch das Papierflieger Basteln aus Geldscheinen dazu…

Die Projektgruppenzeit, in der auch immer eine Gruppe kochte, füllten wir mit verschiedenen Programmen, z. B. Entspannen, Tanzen, Lernen, Aufstriche machen oder Wandern.

Die Interessensgruppen blieben die Tage über gleich, es gab diesmal Rausgehen, Turnen am Vertikaltuch, Wünsche Erfüllen, Laber-Rhabarber, Hausregeln für jedes Zimmer Schreiben und Malen und kreatives Schreiben.

Abends gab es immer ein Abendprogramm, bei dem wir auch viel sangen, Kreistänze lernten und spielten.

Am letzten Tag, nach dem gemeinsamen Putzen, hatten wir noch ein Abschlussplenum und obwohl der Abschied schwer fiel, musste dann doch alles schnell gehen, da der Bus schon wartete.

Durch den Kontrast in Freiburg wurde mir nochmal klar: Es war eine wunderschöne, glückelige, und spannende Neujahrstagung in einmaliger Umgebung und einer guten Gemeinschaft.

 

Gedichte aus der Interessengruppe kreatives Schreiben:

 

36 trafen sich

kannten sich

kannten sich nicht

 

Abenteuer lag in der Luft

Impulse für das Leben

 

neu und alt vermischten sich

ergaben neue Knoten

 

Kultus, (Schau-)Spiel und Diskussion

kochen, waschen, allerhand

verwoben sich...

Gemeinschaft stand!

 

 

Wo offen

noch Hoffen war

Im ziehn der Wolke

die Gitterstäbe verschwammen

zum Mast ohne Segel.

Das Meer gewann

den Himmel zum Freund

Ich schwamm davon

 

 

Wie gerne wär ich

wie gerne wär ich eine Wolke

Ein Rosa Schaf am Himmelszelt

ganz frei vom Wind umschlossen

ich würde gleiten durch die Welt.

 

Wie gerne wäre ich der Mond

ich würde Nachts die Bergen kalt bescheinen

in kalten Seen, Pfützen

ich würde mich mit ihnen einen.

 

Wie gerne wäre ich der Vogel

der saß hier vorne auf dem Zweig

und jetzt zur Sonne auf er steigt

ganz ohne Trauer ohne Leid.

 

Wie gerne wäre ich ein Berg

wie Brüder thronen sie im Tal

zusammen und alleine -

ein wunderbares Gotteswerk.

 

Wie gerne wäre ich ein "Das"

ich hätt auch gern mehr Geld.

doch bin ich nur ein Mensch

der seine Nase - plattgedrückt -

an eine Fensterscheibe hält.

 

 

Der Blick aus dem Fenster

Umgeben von Hügeln

Umschwebt von Wolken

Der Blick schweift

über Häuser, Wälder und Wiesen

weiter zum nächsten Dorf

weiter über die Berge

weiter hinauf, weiter hinab.

Er fliegt hinaus

hoch in die Wolken

in die unendlichen Weiten

sieht Flüsse, Städte, Felder

und dort hinten das Meer

weiter, weiter in die Ferne

bis er verfliegt.

 

 

Fensterblick

Leuchten

mit dem Schein

der Unendlichkeit

sein

in des zart verglasten

Augenblicks

beschränkte Freiheit

des Holzes Träger tragen

in die Endlichkeit

zurück

Grausens unbehelltes sehen

können heißt das allergrößte Glück.

 

 

Vor dem Fenster türmen

wehend sich die Wolken

darunter -

der Rand eines Hügels

in der Ferne noch mehr

Blaue im Dunst.

 

Wie das Auge

in des Hauses hoher Stirn

schwebt es frei -

mit Gewalt, wir zart,

wie zerbrechlich. Nur

 

am Rand

ein paar winterlich tote Zweige

halten am Boden es fest.

 

 

empfindungen aus zwei welten

 

im dunkeln nach helligkeit streben
in der enge das weite suchen
hinausschaend die freiheit entdecken

in geborgenheit der angst zuschauen
im schutz die schutzlosigkeit erkennen

zwischen menschen einsamkeit empfinden
doch zusammen sich verlieren...