Mensch und Menschlichkeit - Sommertagung 2012


 

Liebe Im-Tal-Gebliebene!
Ihr ahnt ja gar nicht, was ihr verpasst habt!
Hier nun ein kleiner Ausschnitt:
Vor einem ganz normalen Abendessen im Oberlinhaus schallt Laras Stimme durch den Esssaal: "Hurtig Kinder kommt zu Tisch!" Und sofort begann die verzweifelte Suche nach dem richtigen Platz (ja nicht am Pfosten) und vor allem dem richtigen Nachbarn. Sobald alle endlich saßen, brandeten auch schon die Gespräche auf und der Schweigefuchs verwandelte sich zum Drama-Lama, sodass es schwierig wurde für das Gebet zur Ruhe zu kommen. Doch nachdem Ingo die Rolle des Sprechers widerwillig - Was, ich schon wieder? - übernommen hatte, war auch das geschafft.
Sofort begann wieder das muntere Lachen und Reden. So viele Dinge mussten doch diskutiert werden:
Was ist die richtige Position für das schicke Käppi? Nach vorne, nach hinten, oder doch lieber schräg? Am besten man singt der betreffenden Person einfach ein Lied, dann verschwindet sie unter dem Tisch und das Problem hat sich erledigt. Es sei denn, alle kriechen hinterher...
Doch wer hinterließ die nette Botschaft dort unten?
Gute Frage, nächste Frage: Was sind das für seltsame Körner auf dem Essen?
"ist das tatsächlich Kümmel?"
"Es ist was es ist" sagte die Liebe.
"Ah sooo" sagte der Marius.
"Käääse" schallte es von dort drüben. Und wo bleibt eigentlich die bedingungslose Grundgorke?
Mal wieder schallendes Lachen. Das von Elias gleicht angeblich wirklich dem einer kastrierten Ratte.
"Käääääseee!"
"Ich denke, das ist Sesam."
"Es ist was es ist" sagte die Liebe.
"Dreckspatz!" sagte der Wanja. - Woher kommen eigentlich die seltsamen Löcher in seinen Socken?
Hat er vielleicht einen Sockenschuss?
"Käse?!?"
Eine andere wichtige noch zu klärende Frage: führt scharfes Essen zu scharfen Leuten?
"Nein, das ist kein Sesam!"
" Es ist was es ist" sagte die Liebe.
"Der Gerät" sagte der Jakob.
"Nackte Fussi!" kommt es plötzlich panisch von dort hinten. Marius hat wohl mal wieder die bloßen Füße seines Sitznachbarn entdeckt.
"Kääääääseeee....!"
Was macht eigentlich die Katze hier?
"Ich sage doch, das ist schwarzer Kümmel!"
"Es ist was es ist" sagte die Liebe.
"Ich will mein Kissen!" kam es da mal wieder von einem der besonders Schlafbedürftigen.
"Bekomme ich jetzt mal bitte den Käse?" fragte der Milan. Ah da ist er ja schon.
"Milan, liest du mal bitte die Spüldienste vor?"
Tja, obwohl dies halb kauend halb essend erledigt wurde, fanden sich kurze Zeit später alle Betroffenen in der Küche ein und schon bald hörte man im ganzen Haus ein fröhliches Singen...
Dies war nur ein kleiner Teil, für mehr müsst ihr wohl das nächste Mal selbst mitkommen.
 
Liebe Grüße,
Eure Sommertruppe

 

 

Menschlichkeit          Eine Ausstellung
 

1. Hamburg Hbf  16:40
    Menschenmassen. hecktisch. tick, tack, tick, tack.
    Mittendrinn eine Bank. Zwei Freunde sitzen dort;
    unterhalten sich.
    gelassen, fröhlich.

2. Syrien, Damaskus  10:51
    Krieg. Geschrei. Schüsse: booom.
    Menschen rennen. Ein Junge fällt.
    Keiner hilft ihm.

3. USA, Honolulu, Hawaii  21:34
    Rauschende Stille. Wellen.
    Die Sonne verschwindet. Ein Pärchen am Strand.
    Rot ist der Himmel.

4. Ostfriesland  05:16
    Nordsee. brausendes Zwielicht.
    Ein Mensch im Sand. Kauernd.
    allein.

5. Russland, Moskau  12:47
    Vor dem Regierungsgebäude.
    Einkäufer, Touristen, Sicherheitsbeamte
    Ein Plakat mit menschlichem Halter
    Aufschrift: Wozu denke ich sonst?

6. Flüchtlingslager, Somalia  13:08
    drückende Hitze. Enge
    eine Mutter stillt ihr Kind.
    Wovor flüchtete sie?
    dem Hunger? der hitze? dem Krieg?

7. Australien  09:41
    Auf den Fluren einer Highschool.
    Gedränge, Gelächter, Gelächter.
    Eine Gruppe Schüler.
    Ein Mädchen steht allein. daneben.
    Nur weil sie schwarz ist?

8. Frankfurt  15:13
    15.Stock. Kopfschmerzen.
    Trotzdem weiterarbeiten.
    keine Pause
    Geld macht glücklich.
    selten.
 

 

9. Frankreich  18:07
    Ein Haus in den Bergen.
    Zusammen. Eine Gruppe
    diskutierend, schweigend, redend, schlafend
    Menschen

                         Carlotta Bachmann


Jeder Mensch ist ein Licht.
Meist jedoch zeigt sich's nicht.
Weil er's unter den Scheffel stellt,
Die dunkle Welt bleibt unerhellt,
Aus Angst, dass es zerbricht.  

                        Maren Wegner


Was ist der Mensch doch für ein seltsames Wesen;
das einzige vielleicht, dass seinen Selbsterhaltungstrieb zu vergessen scheint.
   
                       Marlen Gabriel